Kommunikation statt Krise – die Pressesprecher tagen in Berlin Oktober 13, 2008
Posted by infokontor in Draußen, Public Relation.Tags: berlin, glaubwürdigkeit, Internet, Kommunikationskongress, PR, Pressesprecher, Public Relation, Web-TV
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„Die Vielfalt der Kommunikation führt zu immer härterem Wettbewerb um Aufmerksamkeit.“ Das wusste nicht nur Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bei seiner Eröffnungsrede zum Kommunikationskongress 2008 in Berlin zu berichten. Und er fügte gegenüber den 1.300 Pressesprechern und Kommunikationsexperten gleich hinzu, dass PR-Profis und Journalisten mehr denn je versuchen sollten, der Beschleunigung standzuhalten und auf inhaltliche und sachliche Qualität zu achten. Auch meine Meinung: Nur das schafft nachhaltigen Kommunikationserfolg – das Stichwort heißt Glaubwürdigkeit. Gerade in Zeiten der Finanzkrise ein wichtiges Attribut der PR.
Credibility – gleich dazu wurde beim Thema „PR im Zeitalter von Web 2.0″ eine Studie zitiert: Bei 19 bis 29 Jährigen ist der Blog die glaubwürdigste Quelle, vor Tageszeitungen und dem Fernsehen. Ist das bedenklich? Erfreulich finde ich jedenfalls die Entwicklung der bewegten Bilder im Internet: 55 % der User erwarten Videos, so Prof. Dr. Wolfgang Stock, 2007 waren es noch 45 %. Die Möglichkeiten von Web TV haben sicher Auswirkungen auf die Tools, die Unternehmen in ihre PR-Mix wählen. So richtig Schwung kam man nicht mit den weiteren Themen. Allein die Reden von Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linken, und Dieter Kosslick, Direktor der Berliner Filmfestspiele, waren rhetorische Glanzpunkte.
Inhaltlich hat mir besonders Prof. Dr. Peter Kruse von der Universität Bremen gefallen: Der Hirnforscher erklärt erfolgreiche Kommunikation mit dem limbischen System: Individuelle Intelligenz stößt an ihre Grenzen, jetzt ist zunehmend kollektive Intelligenz gefragt. Und hier ist das Internet der Hoffnungsträger. Überall entstünden Plattformen, die versuchen, kollektive Intelligenz zu nutzen, Wikipedia ist nur ein Beispiel. Nur: Auch hiermit ist das Individuum überfordert, die Informationsmenge ist das Problem. Mittel- und langfristig würde deshalb Qualitätsjournalismus, der Informationen ordnet und bewertet, im Internet gefragt wie nie. Schön für uns!
Was viele schade fanden: Der große Skandal beim Galaabend, der „Speakersnight“ im Admiralspalast an der Friedrichstraße (tolle Location!) wie im vorigen Jahr blieb leider aus. Dennoch hatten wir genug zu reden und zu feiern. Die Talkrunde mit Bascha Mika von der TAZ, Maybrit Illner vom ZDF, Hans-Ulrich Jörges vom Stern und Hans Werner Kilz von der Süddeutschen Zeitung war ein gelungener Abschluss, trotz allgemeiner Krisenstimmung bei der Nachrichtenlage moderierte Hajo Schumacher dies in gewohnt schnoddriger, aber durchaus intelligenter und leichtfüßiger Art.
Ich freu mich auf 2009.
Berliner Blogbär


Überhaupt nicht schade, sondern prima fand ich die deutlich verbesserte speakers night des Kommunikationskongress 2008 in Berlin. Diesmal erhöhte der BdP seine Branchen-Relevanz auch mit würdigen Preisträgern, passenden Reden – und einem trotzdem launigen Abend. Das Bessere freilich besiegt das Gute, und so freue ich mich auf den nächsten Schritt bei der speakers night 2009.
Herr Bär, Ihrem Rundblick zum Kongress stimme ich teilweise zu, auch wenn die talkrunde sich auf das beschränkte, was Journalisten eben doch am liebsten und besten können: munter oder energisch partisane Oberflächenbehandlung.